Lob und Kritik am neuen Bundesteilhabegesetz beim Neujahrsempfang der Heimstatt Röderhof

Heimstatt Röderhof Neujahrsempfang

Wilfried Büscher, Leiter der Heimstatt Röderhof, begrüßt die Gäste beim diesjährigen Neujahrsempfang

Foto:M.Richter

Zum alljährigen Neujahrsempfang konnte Wilfried Büscher, Leiter der Heimstatt Röderhof, wieder zahlreiche Gäste, Mitarbeitende, Freunde und Geschäftspartner der Einrichtung begrüßen.

Nach einem kurzen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, zu denen auch 300.000 behinderte und psychisch kranke Menschen gehörten, gab W. Büscher in seiner Ansprache einen Rückblick und eine Vorausschau auf die Aktivitäten in der Heimstatt Röderhof.

Ebenso wie alle Einrichtungen der Behindertenhilfe muss sich auch die Heimstatt Röderhof mit den erheblichen Veränderungen durch die Einführung des neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG) beschäftigen. „Man kann schon von einem BTHG-Virus sprechen“, so W. Büscher; insbesondere die Verwaltung sei durch die Neuerungen teilweise „überlastet und genervt“. Anders als in der Vergangenheit, in der die Einrichtungen für ihre Arbeit eine sog. Komplexleistung erhielten, werden jetzt Fach- und existenzsichernde Leistungen voneinander getrennt und von unterschiedlichen Leistungsträgern finanziert.

Andererseits lobte W. Büscher den Grundansatz des BTHG, der eine individuelle Personenzentrierung durch das Wunsch- und Wahlrecht der beeinträchtigten Menschen vorsieht. „Ich gehe davon aus, dass es trotz der Startschwierigkeiten kurz- bzw. mittelfristig zu positiven Auswirkungen kommen wird“, betonte W. Büscher.

Auch auf dem Gelände der Heimstatt Röderhof hat es einige Veränderungen gegeben. Nach der Fertigstellung der Mehrzweckhalle und dem schrittweisen Ausbau der St.-Franziskus-Schule ist eine bauliche Veränderung des Campus geplant, um in Zukunft besondere stationäre Wohnmöglichkeiten anzubieten.

In einem Grußwort an die Gäste des Neujahrsempfangs bedankte sich die Geschäftsführerin der Stiftung Kath. Behindertenhilfe im Bistum Hildesheim, Pia Stapel, bei den Mitarbeiter*innen in der Betreuung und in der Verwaltung für ihre gute Arbeit.

Bei der Umsetzung des BTHG müsse ganz besonders darauf geachtet werden, dass die individuellen Wünsche für die beeinträchtigten Menschen auch finanziell erfüllt werden, so P. Stapel. Darüber hinaus forderte die Geschäftsführerin, dass der erhöhte Verwaltungsaufwand in den Einrichtungen auch refinanziert werde.

Umrahmt wurde der Neujahrsempfang der Heimstatt Röderhof durch einige Musikstücke des Klangorchesters der St.-Franziskus-Schule, geleitet von Martin Hartje.

Text: M.Richter